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Steuern sparen

Steuern sparen bei Versicherungen

So sparen Sie bei der Steuer

Wenn es um die Steuererklärung geht, scheuen sich viele Menschen vor dem Aufwand, der damit verbunden ist. Oft wird das Argument angeführt, dass sich diese sowieso nicht lohnt. Was viele nicht wissen: Auch Versicherungen lassen sich von der Steuer absetzen. Wir erklären, welche das genau betrifft. 

Versicherungen lassen sich von der Steuer absetzen? Ja, das geht – allerdings trifft das nicht pauschal zu. 

Unterschieden wird zwischen Versicherungen, die der Vorsorge dienen und reinen Sachversicherungen. Erstere lassen sich absetzen, letztere nicht. 

Doch ganz so einfach ist es auch nicht.

Was bedeutet das im Detail?

Unter Vorsorge fallen Versicherungen, die entweder die eigene Gesundheit oder das Vermögen absichern. Dazu zählen:

 

  • Kranken­ver­si­che­rung
  • Pflege­ver­si­che­rung
  • Unfall­ver­si­che­rung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Berufs­unfähig­keitsversicherung
  • Alters­vorsorgeleistungen (staatliche und private Rente, Versorgungswerke)
  • Haft­pflichtversicherung (auch Kfz- und Tierhalterhaftpflicht)
  • Risiko­lebens­ver­si­che­rung
  • Rechts­schutz­ver­si­che­rung 

 

Sonderfälle:

 

  • Kfz-Kaskoversicherung (nur unter bestimmten Voraussetzungen; bspw. berufsbedingt, bei Selbstständigen)
  • Haus­rat­ver­si­che­rung fürs Arbeitszimmer (anteilig, unter bestimmten Voraussetzungen)

 

Höchstgrenzen

Die meisten dieser Versicherungen können als Sonderausgaben in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ (ab Zeile 12) abgesetzt werden. 

Es gelten allerdings Höchstgrenzen:

 

  • Arbeitnehmer, Beamte und Rentner können die Vorsorgeaufwendungen bis maximal 1.900 Euro absetzen
  • Bei Selbstständigen liegt die Grenze bei 2.800 Euro
  • Für Verheiratete verdoppeln sich die Beiträge jeweils 

 

Werden die Höchstgrenzen bereits durch die Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungüberschritten, können keine weiteren Versicherungskosten mehr in den Sonderausgaben abgesetzt werden. 

(Anders sieht es bei beruflichen Versicherungen aus – darauf wird an späterer Stelle im Artikel eingegangen.)

Das gilt für die gesetzliche Kranken- und Pflege­ver­si­che­rung

In der gesetzlichen Kranken- und Pflege­ver­si­che­rung können Einzahlungen in die Grundversorgung/den Basistarifnahezu vollständig bei den Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden. Das bezieht sich auf den Arbeitnehmeranteil Ihrer Kunden – berücksichtigt werden auch Beitragszahlungen für Kinder und Ehepartner. Haben Ihre Kunden Krankentagegeld mitversichert, zieht das Finanzamt vier Prozent ab, sodass 96 Prozent der Beiträge berücksichtigt werden. Sofern die Höchstgrenze von 1.900 Euro noch nicht erreicht ist, können zudem Wahl- und Zusatztarife als „Beiträge zu anderen Versicherungsarten“ in die Steuererklärung einfließen.

Das gilt für die private Kranken- und Pflege­ver­si­che­rung

Sind Ihre Kunden privat kranken- und pflegeversichert, können sie die Beiträge für die Grundabsicherung/den Basistarif auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse geltend machen. Ist Krankentagegeld mitversichert, werden – wie in der gesetzlichen Versicherung auch – vier Prozent abgezogen. Prämien für Ehepartner oder Kinder können ebenfalls geltend gemacht werden. Haben Ihre Kunden einen Selbst­behalt vereinbart, wird dieser nicht bei den Sonderausgaben angerechnet. Sie können dann versuchen, Steuervorteile über außergewöhnliche Belastungen zu erzielen. Leistungen, die über die Grundversorgung hinausgehen, können nur abgesetzt werden, wenn der Höchstbeitrag noch nicht erreicht ist.

Alters­vorsorgeaufwendungen

Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, Versorgungswerke oder die private Rürup-Rente können ebenfalls als Sonderausgaben in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ abgesetzt werden. Dafür gibt es allerdings eine erneute Maximalgrenze. Derzeit gilt der Höchstbeitrag von 25.046 Euro. Das Finanzamt berücksichtigt davon jedoch nur 90 Prozent, sodass Ledige einen Betrag von maximal 22.541 Euro geltend machen können. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag. Bis 2025 steigt der Prozentsatz jährlich um zwei Prozentpunkte, sodass der komplette Höchstbeitrag von 25.046 Euro erst 2025 ausgeschöpft werden kann. 

Beiträge für die Riester-Rente können als Sonderausgaben, in der Anlage AV (Zeile 6 -9), geltend gemacht werden. Diese können bis zu einer Höchstgrenze von 2.100 Euro abgesetzt werden. Das gilt nicht nur für die Beiträge, die Ihre Kunden einzahlen – auch die staatliche Zulage kann geltend gemacht werden. 

Die staatlich geförderte betriebliche Alters­vorsorge (bAV) muss nicht in der Steuererklärung angeben werden, da die Beiträge dafür bereits vom Bruttogehalt abgezogen werden.

Berufliche Versicherungen ohne Höchstgrenzen

Versicherungen, die für den beruflichen Bereich gelten, können als Werbungskosten, ohne Höchstgrenzeabgesetzt werden. Bei Angestellten funktioniert das über die Anlage N, bei Selbstständigen über die Betriebskosten. Zu den Versicherungen, die berufliche Risiken abdecken, zählen:

 

  • Unfall­ver­si­che­rung (anteilig für den Bereich Arbeit)
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Rechts­schutz­ver­si­che­rung (anteilig für den Bereich Arbeit) 

 

Tipp für Arbeitnehmer: Beim Einreichen der Steuererklärung berücksichtigt das Finanzamt automatisch einen Betrag von 1.000 Euro als Werbungskosten. Hierzu zählen z.B. Ausgaben für die Fahrt zur Arbeit, Arbeitsmaterial, Fachliteratur, Berufsbekleidung etc. Erst, wenn der Betrag überschritten wird, müssen Belege für Beitragszahlungen eingereicht werden. Ihre Kunden sollten also zunächst überschlagen, ob sich ihre Gesamtkosten (inkl. der Versicherungen) auf über 1.000 Euro belaufen – ansonsten lohnt sich der Aufwand nicht.


 
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