Gesundheit 


Keine Angst vor der Gesundheitsprüfung beim PKV Tarifwechsel

Krankenversicherer nutzen das Argument Gesundheitsprüfung zu Abschreckung und Abwehr von Tarifwechsel.

Interessiert man sich als PKV-Kunde für einen Tarifwechsel, dann kontert der Versicherer das gerne mit der Aussicht auf eine Gesundheitsprüfung:

„Ah, lieber Kunde, sie wün­schen sich eine Tarifumstellung. Da machen wir dann eine Risikoprüfung und bei Ihren Erkrankungen, wird das am Ende ja viel teurer!“

Gerade die Älteren unter uns wissen ganz genau, dass sie im Laufe der Jahre nicht gerade gesünder geworden sind und die Angst vor einer Gesundheitsprüfung ist latent vorhanden. Die Krankenversicherer nutzen das Argument „Risikoprüfung“ ganz bewusst, um dem Kunden zu signalisieren, dass der Tarifwechsel keinesfalls ein Spaziergang werden muss.

Dabei ist die Angst völlig unbegründet. Der Krankenversicherer hat zwar ein Recht eine Gesundheitsprüfung vorzunehmen, aber nur dann, wenn der neue Tarif Mehrleistungen bereithält oder einen höheren Erstattungsrahmen, als der bisherige Versicherungsschutz.

Das, was bereits versichert ist, unterliegt keinesfalls einer Risikoprüfung, sondern nur das, was zukünftig hinzukommt. 

 

Risikozuschlag als Ergebnis der Gesundheitsprüfung

Das „gefühlt Schlimmste“, das bei einer Gesundheitsprüfung herauskommen kann, ist ein Risikozuschlag. Der darf sich aber ausschließlich auf die Erweiterung des Versicherungsschutzes beziehen und nicht auf bereits versicherte Leistungen. Jetzt gilt es zu überprüfen, ob die Erkrankungen, die der Krankenversicherer anführt, auch tatsächlich vorhanden sind.

Das trifft nicht immer zu. Im Gegenteil, denn Krankenversicherer erhalten in der Regel nur Rechnungen, in denen Diagnosen genannt sind. Sie erhalten keine Befundberichte. Insoweit können sie oftmals gar nicht einschätzen, ob die in der Rechnung genannte Diagnose gesichert ist und die Erkrankung tatsächlich besteht oder ob es sich vielleicht nur um einen Verdacht handelte, der sich im weiteren Verlauf der Untersuchung aber nicht bestätigt hat.

Da sich die Versicherer nur auf die Abrechnungshistorie stützen, bietet die Gesundheitsprüfung die einmalige Gelegenheit, die Kenntnisse des Krankenversicherers an die Realität anzupassen.

Das ist jetzt zu tun

Sehen Sie sich die Diagnosen im Einzelnen an und ver­gleichen Sie sie mit den Abrechnungen der behandelnden Ärzte. Sollten Krank­hei­ten genannt sein, die nicht bestehen oder in der Zwischenzeit ausgeheilt sind, dann sprechen Sie den jeweiligen Arzt an, um das richtig zu stellen.

Speziell bei ausgeheilten Krank­hei­ten kann durch eine entsprechende ärztliche Bescheinigung erreicht werden, dass der Zuschlag sich ermäßigt oder sogar entfällt. Das gilt natürlich auch für bereits bestehende Risikozuschläge.

Auch wenn Krankenversicherer sich gerne wün­schen, dass der einmal vereinbarte Risikozuschlag für die gesamte Vertragslaufzeit gilt, können betroffene Kunden die Überprüfung verlangen, wenn das Risiko in der Zwischenzeit nicht mehr besteht. Die Rechtsgrundlage für ein solches Begehren bietet der § 41 VVG.

§ 41 VVG – Herabsetzung der Prämie
¹ Ist wegen bestimmter gefahrerhöhender Umstände eine höhere Prämie vereinbart und sind diese Umstände nach Antragstellung des Versicherungsnehmers oder nach Vertragsschluss weggefallen oder bedeutungslos geworden, kann der Versicherungsnehmer verlangen, dass die Prämie ab Zugang des Verlangens beim Versicherer angemessen herabgesetzt wird.
² Dies gilt auch, wenn die Bemessung der höheren Prämie durch unrichtige, auf einem Irrtum des Versicherungsnehmers beruhende Angaben über einen solchen Umstand veranlasst worden ist.


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