Versicherungsvergleiche mit TOP Konditionen
Home

Die 7 besten Rentensysteme

Deutschland ist nicht mal unter den Top25 im internationalen Rentensystem-Vergleich. Umso wichtiger ist eine private Alters­vorsorge. Der Blick auf die erfolgreichsten 7 Rentensysteme kann helfen, um die Lücken in unserem Rentensystem zu erkennen und beispielhaft aufzuzeigen.

Deutschland ist nicht mal unter den Top 25 im internationalen Rentensystem-Vergleich. Das zeigt der „Global Pension Report 2020“, den die Allianz kürzlich veröffentlicht hat. Er vergleicht die Rentensysteme aus 70 verschiedenen Ländern. Die Analyse fußt auf den drei Hauptsäulen „Ausgangslage“, „Nachhaltigkeit“ und „Angemessenheit“. Dabei berücksichtigt sie 30 Parameter, die mit Werten zwischen eins (bester Wert) und sieben (schlechtester Wert) gerankt werden.

Die „Ausgangslage“ befasst sich mit den demografischen und fiskalischen Voraussetzungen der Länder. So berücksichtigt sie bspw. das momentane Alter der Bevölkerung sowie die Entwicklung bis zum Jahr 2050. Dabei fließt auch der finanzielle Spielraum ein, den der Staat für Reformen hat. 

In Bereich der „Nachhaltigkeit“ wird gemessen, wie stabil die jeweiligen Systeme auf den demografischen Wandel reagieren. Hier geht es bspw. darum, wie viele Jahre die Bürger ins Rentensystem eingezahlt haben und in welchem Alter sie in Rente gehen. 

Die „Angemessenheit“ bezieht sich darauf, ob das jeweilige System einen angemessenen Lebensstandard im Alter sicherstellt. Hier fließt bspw. die Rentenhöhe mit ein – allerdings mit relativ wenig Gewicht. Eine größere Rolle spielt der Anteil der Menschen, die überhaupt im Rentensystem erfasst sind. Daneben ist auch die Existenz bzw. der Zugang zu zusätzlichen Einkommen wie einer betrieblichen oder privaten Vorsorge fürs Alter relevant. 

 

Deutschland landet auf einem mittelmäßigen Platz 26. Das Ergebnis ist ausbaufähig und zeigt einmal mehr den Bedarf nach einer Rentenreform auf. 

Umso wichtiger ist derzeit die private Alters­vorsorge. Ein Blick auf die erfolgreichen Rentensysteme anderer Länder kann helfen, um die Lücken im deutschen Rentensystem zu erkennen und diese beispielhaft aufzuzeigen.

Das Ranking der erfolgreichsten Rentensysteme (laut Global Pension Report):

Platz 1: Schweden 

Die öffentliche Altersrente in Schweden besteht aus einer Einkommensrente, einer Prämienrente und einer Garantierente (für Menschen mit keiner oder geringer Rente). Während des Berufslebens werden jährlich 18,5 % des rentenwirksamen Einkommens für die Altersrente vorgesehen. Davon werden 16 % für die Einkommensrente verwendet und 2,5 % für die Prämienrente. Letztere wird in einen frei wählbaren Fonds eingezahlt. Der Renteneintritt ist flexibel und liegt zwischen dem 61. und 67. Lebensjahr. Schweden können auch neben der Rente weiterarbeiten, ohne Anrechnung des Hinzuverdienstes. Für die Berechnung der Rentenhöhe werden die Anwartschaften durch den Annuitätsfaktor geteilt. 

Platz 2: Belgien 

In Belgien zahlen Angestellte und Selbstständige obligatorische Beiträge in den gesetzlichen Fonds für Alters- und Arbeitsunfähigkeitsrenten. Die Beiträge betragen etwa 16 % des Bruttoeinkommens und werden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Bei Arbeitslosigkeit oder Bedürftigkeit werden die Beiträge von der zuständigen Behörde bezahlt. Das Renteneintrittsalter liegt in Belgien bei 65 Jahren und 45 Beitragsjahren. Unter bestimmten Umständen ist der Vorruhestand ab 60 Jahren möglich. 

Platz 3: Dänemark 

Das dänische Rentensystem setzt sich aus der Volks- und der Arbeitsrente zusammen. Die Volksrente besteht aus einem Grundbetrag und einer Zulage. Sie ist für alle Dänen gleich hoch und jeder dänische Bürger hat Anspruch darauf. Die Arbeitsrente ist eine Versicherung für Arbeitnehmer und wird parallel zur Volksrente gezahlt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen zwischen 5 und 10 % des Gehalts ein. Darüber hinaus gibt es ein Sondersparsystem für den Ruhestand. Die Beitragszahlung dafür ist jedoch vorerst ausgesetzt. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer freiwilligen Vorsorge, bei der die Dänen Steuervorteile genießen. 

Platz 4: Neuseeland 

Ab dem Alter von 65 Jahren erhält jeder Neuseeländer eine Grundrente. Voraussetzung dafür ist eine zehnjährige Wohnsitzdauer in Neuseeland ab dem Alter von 20 Jahren, mindestens 5 davon ab dem 50. Lebensjahr. Die Grundrente finanziert sich ausschließlich aus Steuerbeiträgen. Die Höhe berechnet sich jährlich anhand der Entwicklung des Verbraucherpreisindexes oder des durchschnittlichen Nettowochenverdienstes. Die prozentuale Verteilung richtet sich je nach Familienstand. Daneben gibt es die Möglichkeit einer freiwilligen privaten Alters­vorsorge. Im Jahr 2007 wurde der staatlich geförderte Alters­vorsorgeplan „KiwiSaver“ ins Leben gerufen. Der Standardbeitragssatz wird zu gleichen Teilen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. 

Platz 5: USA 

In den USA erhält jeder Arbeitnehmer eine staatliche Rente. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen zu gleichen Teilen jeweils 7,65 % des Einkommens an die Kasse der „Social Security Administration“ (SSA). Selbstständige zahlen den gesamten Anteil von 15,3 % ein. Ein Anspruch auf Rentenzahlung ist nach frühestens zehn Jahren möglich. Diejenigen, die vor 1959 geboren sind, erreichen das Rentenalter mit 65 Jahren, alle anderen ab 67 Jahren. Darüber hinaus gibt es freiwillige Möglichkeiten, die staatliche Rente aufzubessern. Eine Variante ist bspw. der „401 (k)Plan“, bei dem ein fixer Teil des Monatsgehalts in einen Investmentfonds angelegt wird. Auch der „Individual Retirement Account“ (IRA) stellt eine Möglichkeit der privaten Vorsorge dar. 

Platz 6: Australien 

Das australische Rentensystem stützt sich auf drei Säulen. Zum einen gibt es die Sozialrente (Age Pension) als Mindestabsicherung für diejenigen, die im Laufe ihres Erwerbslebens nicht genügend Ersparnisse bilden konnten. Daneben gibt es die größte und wichtigste Säule, die „Superannuation Guarantee“. Sie basiert auf Pflichtbeiträgen seitens der Arbeitgeber, die in verschiedene Fonds bzw. Anlagestrategien investieren. Der Beitrag liegt derzeit bei 9,5 % des Bruttoeinkommens und soll schrittweise auf 12 % erhöht werden. Die Beiträge sind bei der Auszahlung in der Rentenphase in der Regel steuerfrei. Australier können frei wählen, ab wann ihnen die Superannuation ausgezahlt wird – das Mindestalter für nach dem 1.7.1964 Geborene liegt jedoch bei 60 Jahren. Die dritte Säule bildet die private Vorsorge. Zur Förderung dieser bietet das australische System Steuervergünstigungen. Rentenreformen legten zuletzt vor allem Wert auf Adäquanz und Nachhaltigkeit des Rentensystems. 

Platz 7: Niederlande 

Das niederländische Rentensystem besteht aus drei Säulen: der Grundrente, der betrieblichen Alters­vorsorge und der privaten Vorsorge. Ab dem Alter von 65 Jahren haben Niederländer Anspruch auf die Grundrente (AOW). Diese deckt das Existenzminimum ab, egal, ob jemals Beiträge gezahlt worden sind. Die Grundrente wird aus den Sozialabgaben der Löhne finanziert, ein kleiner Teil stammt aus Steuereinnahmen – Arbeitgeber müssen nichts einzahlen. Alleinstehende erhalten bis zu 70 % des Mindestlohns, Ehepaare 100 %. Die betriebliche Alters­vorsorge ist kapitalgedeckt. Die Verwaltung der Fonds erfolgt paritätisch durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ab dem Alter von 60 Jahren können Arbeitnehmer zusammen mit der Grundrente eine Versorgung von insgesamt 70 % des zuletzt bezogenen Gehaltes aufbauen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, weiter zu arbeiten und so eine Rente von 100 % des letzten Verdienstes aufzubauen.



[ zurück ]

 
Schließen
loading

Video wird geladen...