Versicherungsvergleiche mit TOP Konditionen
Urteile

Bei einem Einkommensvergleich kommt es auch darauf an, mit welchem Arbeitseinsatz die neue Vergütung im Vergleich zur Vergütung in gesunden Tagen erreicht wird
OLG Köln
1. Hat der Versicherer die Berufs­unfähig­keit des Versicherungsnehmers als Profi-Handballspieler anerkannt, so kann er sich im Nachprüfungsverfahren zur zuletzt vor Eintritt des Versicherungsfalles ausgeübten Tätigkeit nicht darauf berufen, dass dieser neben seiner Sportlerlaufbahn noch studierte.
2. Ob ein Einkommensverlust dem VN zumutbar ist, ist nicht anhand der tatsächlich erzielten Einkünfte in der Verweisungstätigkeit mit denen der Tätigkeit vor Eintritt des Versicherungsfalles abzugleichen, wenn der VN in der Tätigkeit vor Eintritt der Berufs­unfähig­keit mit geringerem Arbeitsaufwand hohe Einkünfte erzielt hatte, vielmehr sind in einem solchen Fall die jeweiligen Stundenlöhne zu ver­gleichen. Hat der versicherte Berufssportler bei Eintritt des Versicherungsfalles ausgehend von einer regelmäßigen Arbeitszeit von 11 Wochenstunden einen Nettostundenlohn von 52,29 € verdient, während er in der neuen Tätigkeit als Wirtschaftsingenieur bei einer regelmäßigen Arbeitszeit von 37,5 Wochenstunden einen Nettostundenlohn 13,62 € erzielt, so ist der Einkommensverlust nicht mehr zumutbar.
3. Übernimmt der Versicherer das Berufs­unfähig­keitsrisiko eines Berufsportlers für eine begrenzte Vertragsdauer auf der Grundlage eines nur für einen bestimmten Zeitraum erzielbaren Spitzeneinkommens und stuft er diesen nach seinen Risikoprüfungsgrundsätzen in die höchste Risikogruppe ein, so kann der Versicherer sich bei Vereinbarung einer über das Vertragsende hinausgehenden Rentenzahlungsdauer nicht darauf berufen, dass der Versicherte als Berufssportler bei gewöhnlichem Lauf der Dinge dieses Spitzeneinkommen nie in der gesamten Zeit bis zum vereinbarten Ende der Rentenzahlungspflicht erzielt hätte.



[ zurück ]